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Pikler® Ausbildung

Ausbildung zur Pikler®-Pädagogin/Pädagogen

Zielgruppe:

Krippen- und Kindergartenpädagogen/innen, Eltern-Kind-Gruppen-Leiter/innen, Sozialarbeiter/innen, Kinderkrankenschwestern und -pfleger, Hebammen, Tageseltern, Ärzte/innen, Ergotherapeuten/innen, Physiotherapeuten/innen, Logopäden/innen, Psychologen/innen, Psychotherapeuten/innen

A) Pikler®-Grundkurs (erste 1½ Jahre, 21 Kurstage)

Die Erfahrungen, die die Kinderärztin Emmi Pikler während ihrer langjährigen Arbeit mit Familien sammelte, gestatten uns einen fundierten Einblick in das Leben kleiner Kinder. Hierdurch werden Kleinkinder in erstaunlichem Ausmaß ‚sichtbar‘ – mit der enormen Fülle an Fähigkeiten, über die sie verfügen, aber auch mit den konkreten Bedürfnissen, die bereits Säuglinge wahrnehmbar äußern. Wir werden die frühkindliche Entwicklung besser sehen und verstehen lernen, um das Kind von der Geburt an in seinen Fähigkeiten und Aktivitäten zu erkennen. Dies hilft uns, ihm geeignete Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen – zu geben, was es braucht, aber auch das tun zu lassen, was es kann. Hierdurch kann ein friedlicheres und freudigeres Zusammenleben entstehen, das dem Kind Raum zur Entfaltung in allen Bereichen seiner Persönlichkeit gibt.

I) Biographie und Geschichte: Emmi Pikler und das ‚Lóczy’

Die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler (1902-1984) wurde zunächst in der Betreuung von Familien, später im Heim zu einer Spezialistin für Säuglinge und Kleinkinder und ihrer Entwicklung. Ihr Institut beherbergte über ein halbes Jahrhundert lang ein Säuglingsheim und in den letzten Jahren auch die Begleitung von Familienkindern in Eltern-Kind-Gruppen (Pikler® SpielRäumen) und in der Krippe.

Inhalte unseres Studiums sind ihre Biographie und die Geschichte ihres Instituts von den Anfängen bis zur Gegenwart. 

II) Kompetenz des Kindes in der selbständigen Bewegungsentwicklung

Die motorische Entwicklung ist ein Bereich im Leben des Kindes, in dem es fähig ist, in selbständigen Versuchen seine eigenen Erfahrungen zu machen und sich zu entfalten. Es kann ohne Hilfe den Weg von der Rückenlage bis zum Gehen finden. Unsere Grundhaltung der Bewegungsaktivität des Kindes gegenüber beeinflusst seine Entfaltung in diesem Bereich maßgeblich. Wir studieren die allgemeinen Merkmale und Vorraussetzungen des selbständigen Bewegungsverhaltens unter Berücksichtigung der individuellen Ausprägung jedes einzelnen Kindes.

Welche Bedeutung hat die Möglichkeit dem eigenen Bewegungsbedürfnis zu folgen für die Selbstregulation des Kindes? Welchen Einfluss hat sie nicht nur auf die Qualität und Sicherheit seiner Bewegung, sondern u.a. auch auf seine soziale Kompetenz, Eigeninitiative, Ausdauer, Freude und Lebensqualität?

III) Entwicklung des freien Spiels

Auch die Spieltätigkeit des Säuglings und Kleinkindes kann sich in selbständiger Aktivität entfalten. Wir studieren die Anfänge und den Ablauf der Entwicklung des Spiels und die Bedingungen, die eine selbständige Entfaltung unterstützen, ohne dass das Kind alleingelassen ist. Welche Bedeutung hat das Variieren von Aufmerksamkeit und Bewegungsaktivität im Spiel für die Ausdauer und Ausgeglichenheit des Kindes?

Uns interessiert der Einfluss des freien Spiels auf die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes, sein Interesse an der Welt und seine Fähigkeit zu lernen.

IV) Miteinander vertraut werden – besondere Rolle der Pflegesituation

Die Beziehung zum Erwachsenen, von dem das Baby abhängig ist, bildet gleichzeitig den Nährboden für die obengenannte Selbständigkeit des Kindes. Als täglich mehrmals wiederkehrende Momente spielen die Pflegehandlungen eine besondere Rolle im Leben des Kindes und in der Beziehung, die zum Erwachsenen entsteht. In diesen Begegnungen werden seine intimsten Bedürfnisse versorgt und befriedigt. Der Säugling erlebt sich in den Händen des Erwachsenen. Dabei kann er schon vom Geburt an eine aktive Rolle spielen und beeinflussen, was mit ihm geschieht. Die intimen Handlungen am Kind werden so zu einem tragenden, bindenden Miteinander, reich an Kommunikation und Kooperation.

V) Säuglinge und Kleinkinder untereinander

Wie entwickeln sich Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl und Achtung vor dem Anderen? In den Begegnungen mit Gleichaltrigen zeigt sich wie das Zusammensein mit ‚dem Anderen‘, dem Gleichaltrigen, durch das, was das Kind im Zusammensein mit dem Erwachsenen erlebt hat, geprägt wird.

Wir studieren, wie sich Säuglinge und Kleinkinder wahrnehmen, und wie sich ihr Miteinander von den ersten Begegnungen an zu gemeinsamen Aktivitäten und Spiel entwickelt und welche Begleitung und Unterstützung sie dabei durch den Erwachsenen erfahren.

VI) Entwicklung von sozialem Verhalten

Der Säugling muss sich selbst und alles um sich herum erst kennen lernen. Während sich anfangs seine Umgebung im Wesentlichen nach ihm richtet, entfaltet er sich zunehmend als Individuum und wird gleichzeitig fähig sich in seiner Umgebung einzufügen und sozial zu verhalten. Wie findet dieser Prozess statt? Inwiefern haben Erlebnisse in der Pflege und in der selbständigen Aktivität Einfluss darauf?

Inwiefern spielen Führung und/oder Begleitung durch den Erwachsenen eine Rolle? Wie gehen wir damit um, wenn das Kind nicht tut, was wir von ihm erwarten, oder wenn ein Konflikt zwischen zwei Kindern entsteht. Was drückt sich in Wut, Aggression und ‚Eifersucht‘ aus? Wie wirken Lob und Tadel?

VII) Sprache und Kommunikation

Wenn wir die Äußerungen des Neugeborenen wahrnehmen und verstehen lernen, entsteht zwischen uns schon frühzeitig eine erfreuliche und ernst zu nehmende Verständigung. Wir beschäftigen uns damit, wie sich dieser ‚Dialog‘ zwischen Baby und Erwachsenem gestaltet und wie sich das Miteinander mit der Entwicklung des Kindes verändert.

Welche Rolle spielt Sprache? Wie sprechen wir mit einem Neugeborenen? Was versteht es davon und wie antwortet es?

VIII) Grundlagenarbeit

In den Grundlagenseminaren (nach Hengstenberg und Selver/Sensory Awareness) befassen sich die TeilnehmerInnen selbst mit dem, was sie bei den Kindern erkennen lernen.

Elfriede Hengstenberg und Charlotte Selver waren Schülerinnen von Elsa Gindler und Heinrich Jacoby,

die beide an Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung und des Verhaltens erwachsener Menschen arbeiteten, so wie Emmi Pikler es zur selben Zeit mit Säuglingen und Kleinkindern tat.

Was mit der Zusammenarbeit zwischen Hengstenberg und Pikler in den 1930er Jahren begann, hat sich über die Jahrzehnte fortgesetzt und ist heute fester Bestandteil der Pikler®-Ausbildung.

IX) Begleitende Beobachtung

Als wesentlicher Bestandteil des Verständnisses vom Kind wird uns das differenzierte Wahrnehmen des Kindes den Kurs über immer wieder begleiten.

Was heißt beobachten? Welche Unterschiede gibt es? Welche Bedeutung hat sie für unser Sein mit den Kindern?

- Grundkurs in München ab Februar 2016:

Dozentinnen:
Dr. Anna Czimmek, Amelie Suchy (Co-Leitung), Peggy Zeitler (Sensory Awareness)

Termine:
jeweils Fr. 10:30-18:30, Sa. 10-18:30, So 9-13:00

1) 19.-21. Februar 2016
2) 15.-17. April 2016
3) 24.-26. Juni 2016
4) 16.-18. September 2016 (Sensory Awareness mit Peggy Zeitler)
5) 21.-23. Oktober 2016
6) 9.-11. Dezember 2016
7) 17.-19. Februar 2017
8) 5.-7. Mai 2017

Kurskosten: 2360,-

Anmeldeformular als PDF Datei zum download

B) Praxisbegleitung

(Fortsetzung der fortlaufenden Gruppe nach dem Grundkurs, 18 Kurstage über 1½ Jahre für Absolventen der Pikler®-Grundkurse:

- Praxisbegleitung in München ab September 2015

Anfangsseminar 25.-27. September 2015

Dozenten: Dr. Anna Czimmek, Anja Werner, Karsten Czimmek (Hengstenbergarbeit), Peggy Zeitler (Sensory Awareness) 

Termine:
Jeweils Fr. 10:30 Uhr bis So. 13:00 Uhr

I)  25.-27. September 2015 (Hengstenberg in Niederseeon am Steinsee, ca. 30km östlich von München, die Zeiten an diesem WE variieren evtl. etwas)
II)  29.-31. Januar 2016
III)  8.-10. April 2016
IV)  10.-12. Juni 2016 (Sensory Awareness)
V)  7.-9. Oktober 2016
VI)  20.-22. Januar 2017
VII)  24.-26. März 2017

Kosten 2150,- €

Anmeldeformular bitte anfordern unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

- Praxisbegleitung in München ab Juni 2016 

Anfangsseminar 10.-12. Juni 2016

Dozenten: Dr. Anna Czimmek, Heike Gräf, Karsten Czimmek (Hengstenbergarbeit), Peggy Zeitler (Sensory Awareness) 

Termine:
Jeweils Fr. 10:30 Uhr bis So. 13:00 Uhr

I)  10.-12. Juni 2016 (Hengstenberg in Niederseeon am Steinsee, ca. 30km östlich von München, die Zeiten an diesem WE variieren evtl. etwas)
II)  23.-25. September 2016
III)  18.-20. November 2016
IV)  27.-29. Januar 2017 (Sensory Awareness)
V)  10.-12. März 2017
VI)  19.-21. Mai 2017
VII)  15.-17. September 2017

Kosten bei Anmeldung

A) bis 30. Juni 2015                              1850,- €
B) 1. Juli bis 25. November 2015           2000,- €
C) ab 26. November 2015                      2150,- €

Anmeldeformular bitte anfordern unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

C) Budapest-Seminare

Parallel zu den fortlaufenden Kursen (Grundkurs und Praxisbegleitung) fünf 5-tägige Seminare der Pikler-Werkstatt, Budapest.

Termine und Anmeldungsmodalitäten unter: www.pikler.hu

D) Hospitationsfortbildung

(20 Stunden)

ab dem zweiten Ausbildungsjahr (Eine Liste der Hospitationsorte erhalten Sie von der Kursleiterin im Grundkurs.)

Weitere Informationen zur Pikler®-Ausbildung unter www.we-ev.de und www.pikler-verband.org

 

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